Rückblick: Als Gewohnheitstier im Ausland

Veröffentlicht auf von Lea

Nun, da ich über 7 Monate am anderen Ende der Welt bin - hat sich einiges geändert. Vielleicht habe ich mich auch verändert, aber das kann man selbst ja meistens eher schlecht beurteilen.
Anfangs hatte ich so meine Zweifel, wie ich wohl mit Mentalität, Kultur, Menschen und Sprache zurechtkommen würde. Mittlerweile weiß ich nicht mehr, wie ich mich in Deutschland wieder eingewöhnen soll. Viele Dinge in Deutschland kommen mir jetzt so quadratisch vor und ich frage mich immer wieder: "Quadratisch, praktisch, gut" oder doch eher gestresst, unflexibel, unspontan?
Denn immerhin hat beides gute und schlechte Seiten.
Der chilenische Lebensstil ist und bleibt entspannter als der der "verklemmten Deutschen" und tatsächlich komme ich mir (als durchaus recht offener Mensch) hier ab und zu verklemmt und klischeehaft Deutsch vor. Ich habe das schon einmal geschrieben, aber es ist eben das beste Beispiel: Niemand würde groß meckern, wenn man zu einer Verabredung (nicht einem Termin!) 30 bis 60 Minuten zu spät kommt ohne Bescheid zu sagen. "Zu spät" kommt man sowieso nicht, höchstens "sehr spät", das bringt die Sprache mit sich, denn es gibt einfach kein Wort für dieses "zu spät", dass eine gewisse Grenze überschritten hat. So ist es auch logisch, dass die Grenze zwischen spät, "aber noch rechtzeitig" und "zu spät" verschwimmt, wenn man einfach kein "zu spät" hat.
Jedenfalls war ich selten so entspannt (Stress durch Zeitplanung), wie im letzten halben Jahr. Grundsätzlich versuche ich mich natürlich an Uhrzeiten zu halten, das ist in mir verankert. Das bedeutet nicht, dass ich pünktlich komme, sondern lediglich, dass ich mich beeile. Im besten Fall (oder schlechtesten?) beeilt sich der Chilene gar nicht erst. Ein Sprichwort aus dem ganz südlichen Süden Chiles sagt: "Beeil dich nicht, du verlierst Zeit". Und ganz unrecht hat es ja nicht.
Viele Punkte möchte ich wirklich nicht missen und natürlich denke ich darüber nach, was mir so fehlen wird. Immer wieder schwanke ich zwischen "Sofort nach Hause, ich würde mich unglaublich freuen!!" und "Ich will nicht weeeeeeeeg!". Aber das ist wohl ganz normal.

Für alle, die kein genaues Bild von Chile haben: Das Land hat den Status "Muster-Schwellenland". Das heißt auf Chile bezogen, dass es vielen Menschen hier ziemlich gut geht, das Land nicht unbedingt arm ist, es aber dennoch einige schwerwiegende Probleme gibt.
Für Leute, die ein überdurchschnittlich gutes Einkommen haben, läuft das Leben nicht allzu anders ab als in Deutschland. Aber auf das reichste 1% konzentrieren sich 30% des Einkommens und fast 15 Prozent gelten als arm. Die Spanne zwischen Arm und Reich ist somit wesentlich größer als ich Deutschland. Auch das Leben in der Mittelschicht ist nicht mit dem in den Familien zu vergleichen, in denen ich zu Gast sein durfte und darf. Deshalb unterscheidet sich mein Leben hier nicht allzusehr von dem in Deutschland. Trotzdem gibt es natürlich Unterschiede, gerade kulturell. Gewöhnt habe ich mich neben der chilenischen Pünktlichkeit an mal mehr, mal weniger banale Dinge wie:

  • Die Sprache
  • mit ersterer einhergehend Tempo und Sprachmelodie
  • Die Musik
  • Stilles Wasser
  • Empanadas
  • tägliches Salatessen
  • Avokado (!!)
  • Completos
  • Manjar
  • das Begrüßungsküsschen
  • kurze Wartezeiten beim Duschen, bis wieder warmes Wasser da ist
  • meine Füße NICHT in die Bettdecke einzuwickeln
  • Jeden Tag 5 Minuten fürs Bett machen zu opfern

Was ich mir wohl nie abgewöhnen werde:

  • Quatschanfälle/Telefonate mit den Liebsten - ich bin und war schon immer eine Labertasche
  • meinen morgendlicher Kakao
  • regelmäßigen Schokoladenkonsum - Schokolade hilft immer, Schokolade macht glücklich
  • ab und zu Lust auf so ein richtig leckres Schnitzel

An was ich mich wohl nie gewöhnen werde:

  • Das Toilettenpapier in den Mülleimer neben der Toilette zu werfen.
  • Den enormen Verbrauch an Plastiktüten
  • Jeden Abend zu duschen, ich bin Morgensduscher
  • Die stark nachgezuckerten Fruchtsäfte und co.
     

Dazu muss man folgendes sagen:

Das hört sich teilweise sehr nach "Luxusproblemen" an, aber im Grunde sind es ja keine Probleme, sondern bloß kleine bis große Unterschiede.
Die Sprache finde ich einfach toll. "Das schlechteste Spanisch der Welt" ist mir auf jeden Fall das liebste. Außerdem klingt spanisches Spanisch für mich total nach Sprachfehler, denn das in Spanien gelispelte "c" wird hier wie "s" ausgesprochen. Chilenisch ist definitiv eine Wissenschaft für sich. Es ist nicht gesagt, dass ein ein "gutes" Spanisch sprechender Muttersprachler aus Spanien oder Mexiko den Slang versteht. Wörter werden sehr undeutlich ausgesprochen, auf "s" am Wortende wird in der Regel einfach verzichtet, aus der Endung "-ado" wird "-ao" und aus "-ada" einfach nur ein längeres a. Wörter wurden von den Ureinwohnern übernommen und abgewandelt, entstanden mit der Zeit in Südamerika und so weiter, sogenannte Chilenismen beherrschen den Alltag. Mais heißt zum Beispiel "choclo" und nicht "maíz" und die Liste der südamerikanischen  Ausdrücke und Chilenismen ist gefühlt endlos lang. Ich kann daher oft nicht unterscheiden, ob ein Wort nun Spanisch oder "Chilenisch" ist.
Ein gutes Beispiel sind Obst und Gemüsenamen, ich habe von Spaniern gehört, die in Santiago auf dem Markt wohl nicht allzu gut zurecht gekommen sind, da es viele sprachliche Unterschiede gibt.
Tempo und Sprachmelodie sind ebenso einzigartig, aber ich habe die Sprache mittlerweile irgendwie lieb gewonnen (falls man das so sagen kann). Einfach einzigartig! Nirgendwo sonst vernuschelt man so viel und spricht trotzdem so schön. Na gut, das ist meine Meinung, aber in Chile macht der Ton die Musik. Oft wird höher gesprochen, manche Leute flöten regelrecht, aber es klingt immer freundlich. Vokale werden manchmal sehr lang gezogen, doch alles in allem habe ich mich wirklich sehr an diese Art gewöhnt. Die Freundlichkeit, die manche in ein einzelnes langgezogenes "Permiiisooo" legen können (Entschuldigung, wenn man irgendwo durchmöchte), ist unglaublich.
Die Musik wird hier von zwei Dingen sehr stark geprägt. Rhythmus oder Herzschmerz. Rhythmus bedeutet oft Reggaeton, eine Musikrichtung aus Mittelamerika ohne allzu viel Niveau, bei dem sich die Texte und Videos in der Regel um spärlich bekleidete Frauen drehen, die ihr Gesicht hinter mehr Schminke verstecken als ihren Körper hinter Kleidern. Außerdem wird viel getanzt und die männlichen Sänger stellen sich meist als mit Goldketten behangene Halbgötter, zumindest aber als Frauenhelden dar.
Das komplette Gegenteil, das im Radio aber mindestens genauso stark vertreten ist, sind die Herzschmerzschnulzen. Die Musik kommt dabei nicht immer aus Chile, sondern viel mehr aus ganz Süd- und Mittelamerika. Total ausgeflippt sind sämtliche Frauen jenseits der 30 Jahre als Romeo Santos zu Besuch nach Chile kam. Der Schnulzenkönig. Der einzige, dessen Lieder ich nicht mag. Total unverständlich, wieso den alle so toll finden. Ansonsten prägt einfach die Musik, die den ganzen Tag um einen herum läuft und so finde ich die Schnulzen nicht mehr so schlimm und mag Reggaeton, auch wenn es im Grunde keine vielsagenden Texte hat. Mir gefällt der Rhythmus (der übrigens fast überall der gleiche ist) und ich höre ab und zu auch gerne mal eine vor Kitsch triefende Schnulze.
Außerdem gibt es dann noch die traditionelle Musik, die sich aber schwer beschreiben lässt und auch sehr wenig gespielt wird.

Stilles Wasser. Richtig, ICH trinke stilles Wasser. Es wird in Chile einfach viel getrunken, ist ja auch viel billiger, denn es gibt nur zwei Mineralwassermarken und da kostet der Liter dann ca. 1€. Das ist für den täglichen Bedarf den meisten zu viel. Außerdem gibt es ja Köstlichkeiten wie Jarabe, zu deutsch Syrup, meist hausgemacht. Die meisten Chilenen bevorzugen eine Mischung von 1/3 Jarabe, 2/3 Wasser - uäh, viel zu süß! Alternativ kauft man super chemisches (nicht immer leckeres) Saftpulver, dass man mit Wasser aufgießt, sehr zuckerhaltige Fruchtsäfte oder das gute, alte Kranenberger. Ich war in Deutschland eine wirklich konservative Sprudelwassertrinkerin (und zwar Classic, nicht Medium). Leitungswasser gabs nur nachts, wenn ich zu faul war, um nach unten zu laufen um Sprudelwasser zu trinken. Ich dachte, ich würde mich nie an stilles Wasser gewöhnen, empfand ich es im Dezember noch eher als "trinkbar, aber nicht besonders lecker". Seitdem habe ich vielleicht 3 Mal einen halben Liter Sprudelwasser getrunken. Vorgestern übrigens wieder und ich fand es einfach viel zu sprudelig! So sehr, dass ich nach einem Glas freiwillig wieder zu stillem Wasser gewechselt bin. Das hätte ich mir vor einem halben Jahr niemals vorstellen können!

Empanadas, das sind die typisch chilenischen Teigtaschen, gebacken oder fritiert mit allem, was man sich vorstellen kann. Die klassische Empanada de Pino ist mit Hackfleisch, Zwiebeln, einer Olive, einem Stück Ei und einer Rosine gefüllt. Empanadas sind sozusagen Nationalgericht.
Tägliches Salatessen klingt erstmal total normal, jedoch muss ich zugeben, dass ich vor Chile kein großer Salatfan war. Höchstens mit Joghurtdressing. Jetzt gehört Salat einfach zu jedem Mittag- und Abendessen dazu und ich esse ihn auch gerne,
Avokado ist noch so ein Punkt. Irgendwann vor langer, langer Zeit hatte ich Avokados probiert und festgestellt, dass ich sie nicht mag. Da sie bei uns aber eh eine Seltenheit waren, muss das ca. 10 Jahre her sein. Stur, wie ich bin, hatte ich sie seitdem auch nicht wieder probiert. Um Weihnachten herum gab es Avokados - "Palta" und ich habe mich dazu überredet, sie doch mal zu probieren. Und siehe da.. ich will nicht mehr ohne! Chile hat den Vorteil, dass Paltas gleich hier angebaut werden und sie deshalb weit unter dem deutschen Preis liegen. Kilohöchstpreis 5€. Ich finde den chilenischen Namen übrigens viel besser als das Wort "Avokado".
Der Completo ist für mich die einzig wahre Art, einen guten Hotdog zuzubereiten neben der Röstzwiebel-Sauren-Gurken-Variante. Er besteht aus.. oh Wunder, Brot und Wurst. Dazu gesellen sich klein gewürfelte Tomaten, Avokadomatsche (Palta!!), Ketchup und Mayonnaise. Wenn er voll genug ist, schafft es niemand, ihn kleckerfrei zu essen. Das allerbeste ist allerdings, dass überall Completos verkauft werden. Sie zählen nämlich zum Fastfood und kosten umgerechnet zwischen 1 € und 2 €.
Manjar, noch so eine chilenische Köstlichkeit. Woher aus Südamerika es kommt, ist eine Streitfrage und auch gibt es viele verschiedene Namen in den verschiedenen Ländern (Dulce de leche, Manjar blanco, arequipe, cajeta). Bezeichnen tun sie alle das gleiche: Milchkaramellcreme, die zum Backen verschiedenster Torten, Kekse oder als Brotaufstrich verwendet wird. Mjam,mjam, purer Zucker..

Das Begrüßungsküsschen ist nicht wegzudenken, denn es ist schon fast unhöflich, wenn man jemandem zur Begrüßung kein Küsschen auf die rechte Wange gibt und nicht fragt, wie es geht. Also musste ich mich wohl auch daran gewöhnen. Wenn ich zurückkomme, wird es komisch sein, Leuten wieder die Hand zu geben.

Genug warmes Wasser für eine 10-minütige Dusche, doppel verglaste Fenster, gut isolierte Dächer, Dichtungsringe in Zimmertüren, Abflussrohre europäischer Standards... meist Fehlanzeige. Nicht gut ausgebautes Handynetz, über der Erde laufende Stromkabel, klapprige Häuschen und Autos, kaputte oder unasphaltierte (wohl besser unbetonierte) Straßen - nicht nur, aber immer vorhanden. Manchmal frage ich mich echt, ob dieses oder jenes Auto wohl noch fährt, oder wie vielen kleinen Erdbeben manch klappriges Haus noch standhält, aber das werde ich wohl nicht erfahren, denn sie gehören meist Leuten der unteren Mittel- bis Unterschicht. Was ich auf jeden Fall sagen wollte, ist, dass Dinge wie zwischenzeitlicher Strom-, Warmwasser- oder Internetausfall häufiger vorkommen als in Deutschland. Sie sind nicht die Regel, aber es kann vorkommen. Da ist die Technik entweder nicht so weit wie in Deutschland oder einfach anders. Denn übererdige Stromleitungen können eher mal ausfallen. Letztens wurde in der Nähe unseres Hauses aus Versehen eine gekappt, als Bäume beschnitten wurden. Wie immer aber kein Grund zur Aufregung. Warmes Wasser gibt es ca. 4-5 Minuten, dann muss man eben ein paar Minuten warten.
Letztens habe ich mich auch über Instandhaltung gewundert. Ich lief durch die Stadt und kam an einem angeblich sehr neuen Gebäude vorbei, dass aber aussah, als hätte es schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Warum? Teilweise werden die Dinge gleich so gebaut und auf einen netten Fußboden in einer kleinen Art Einkaufszentrum wohl einfach keinen Wert gelegt wurde. Und: Instandhaltung wird überbewertet. Ein Gebäude sieht einfach nur halb so neu aus, wenn nicht alle paar Jahre Geländer neu lackiert und ab und zu Fenster geputzt werden, ect.

Ich habe mich selbst mal wieder überrascht. Vor Chile war ich der absolute "Decke umschlagen und die Füße darin einwickeln"-Typ, wenn's um mein Bett ging. Sonst konnte ich schlecht schlafen. In Chile sind Daunendecken aber nicht so verbreitet und so besteht mein Bett aus Laken, Betttuch, Wolldecke, einem festeren Laken und Tagesdecke, jede Schicht fein festgesteckt. Rupfe ich abends also alles raus, um meine Füße in die Decke einzuwickeln, brauche ich am nächsten morgen statt der knapp 5 Minuten 10-15 Minuten um mein Bett zu machen. Und diese Zeit schlafe ich lieber. Ob ihr es glaubt, oder nicht, ich konnte mich defintiv umgewöhnen!
Das Bett zu machen dauert dann immer noch 5 Minuten, denn immerhin muss man das Betttuch glattstreichen, das dünne Laken, die Wolldecke und das dickere Laken positionieren, das dünne Laken umschlagen und schließlich alles ordentlich feststecken. Dann Schlafanzug und Kopfkissen platzieren, Tagesdecke drüber, Dekokissen und Dekopuppe drauf, sowie einen Fußschoner oder so etwas. Die Anzahl der Wolldecken hängt dabei von der Jahreszeit ab und bis auf die Dekopuppe und das Fußteil wird es fast überall in Chile so gehandhabt.
 

Was ich mir wohl nie abgewöhnen werde

Quatschen, na das geht ja zum Glück per Internet ganz gut, denn auf Spanisch lässt es sich einfach (noch) nicht so locker flockig über jedes beliebige Thema plaudern. Zwar klappt das flüssige Reden mittlerweile sehr gut, aber wenn die Themengebiete komplizierter werden, muss ich logischerweise sehr nachdenken und finde meist nicht die richtigen Worte. Das erwarte ich auch gar nicht, aber es tut gut, zwischendurch mal ein paar deutsche Redeschwälle loszulassen. Vorzugsweise nicht als Monolog, versteht sich.

In der ersten Familie gab es keine Milch und ich habe mich auch selten getraut, zu fragen, ob welche gekauft wird. Daher musste ich meinen morgendlichen Kakao eine Weile aufgeben. Und als wir dann im Dezember Kakaopulver zum Backen brauchten, habe ich mir Milch gekauft und wieder angefangen Kakao zu trinken. Erst dort habe ich gemerkt, wie sehr es mir gefehlt hat. Seit Februar bin ich aber wieder konsequenter Kakaotrinker.

Schokolade gibt es hier, aber nicht in der gewohnten Vielfalt und natürlich auch teurer, weil importiert. Zum Glück habe ich ein tolles Serviceteam zu Hause, das sich Familie nennt und nun schon mindestens 3 Mal auf dem Postweg für schokoladenförmigen Nachschub gesorgt hat. Ein groooßes Danke an dieser Stelle! ;)

Wenn ich an zuhause und Essen denke...
...denke ich oft an Schnitzel! Ich bin einer der Menschen, die auch 7 Tage hintereinander Schnitzel essen könnten und denen es trotzdem nicht langweilig werden würde.
 

An was ich mich wohl nie gewöhnen werde

In Chile wirft man das Toilettenpapier NICHT in die Toilette, denn die Abflussrohre haben einen kleineren Durchmesser als in Europa und verstopfen daher schneller. Das war eins der Dinge, die mir in der Sprachschule sehr früh aufgefallen sind und die mich verwundert haben.
Wenn man sparsam ist und nicht gleich die halbe Rolle Klopapier im Klo verschwinden lässt, passiert auch nichts. Und egal, wie ich es versucht habe, mich umzugewöhnen, es klappt einfach nicht. Eine so alltägliche Sache passiert eben nicht wirklich bewusst. Toilettenpapier auf Chilenischem Spanisch heißt übrigens nicht "papel higienico", wie man es erwarten würde, sondern "Confort".

Der Verbrauch von Plastiktüten ist einfach immens. Es erinnert an die USA, wenn man mit 15 und mehr Tüten vom  Wocheneinkauf kommt. Allerdings werden die unzähligen Tüten dann als Müllsäcke verwendet, gelbe Säcke gibt's nämlich nicht. Allerdings habe ich etwas über den typischen Chilenen gelesen und ein sehr treffender Satz war: "Alles, was der Chilene in Plastiktüten packen kann, packt er in Plastiktüten!"  Übrigens wirklich ein guter Artikel über den Musterchilenen, sehr empfehlenswert um einen kleinen Einblick in das normale Leben zu bekommen. Bis auf den VoKuHiLa würde ich das so unterschreiben, auch, wenn es natürlich um Klischees, bestenfalls Verallgemeinerungen geht.

In Chile duschen die meisten jeden Abend, damit sie das Bett nicht schmutzig machen. Ich war schon immer Morgensduscher (abgesehen von nach dem Sport, welchen ich hier nicht mache) und wenn ich abends Haare wasche, sehe ich morgens sowieso aus wie ein Wischmopp, daher ist das überhaupt keine Alternative.

Fruchtsäfte sind überhaupt nicht vergleichbar mit Säften in Deutschland. Während es in Deutschland Regeln dafür gibt, was sich Saft nennen darf und was Nektar sein muss, ist das in Chile (sofern es überhaupt Regeln gibt) nicht sehr streng. Meistens hat eine Flasche Saft mehr Zucker als Fruchtsaftkonzentrat und Joghurt, Kakao, Müsli, Trinkpäckchen und vieles mehr werden ordentlich nachgezuckert. Bei Joghurt mag das ja noch gehen, aber Säfte mag ich gar nicht hier.

Bis hierhin erst einmal, mir würden sicherlich noch viel mehr Sachen einfallen! Demnächst gibt es dann nochmal einen Lagebericht und einige Bilder aus Osorno und Umgebung.

Liebe Grüße, Lea

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