Vulkanausbruch

Veröffentlicht auf von Lea

Vulkanausbruch

Ich denke, mittlerweile hat es auch der Letzte mitbekommen.
In Chile ist vor einer Woche der Vulkan Calbuco ausgebrochen. Absolut beeindruckend. Die Kraft der Natur, natürlich auch die Gefahr, die davon ausgeht.
Das Besondere an diesem Vulkan ist, dass er vor ca. 50 Jahren das letzte Mal ausgebrochen ist und, dass niemand mit dem Ausbruch gerechnet hat. Der Vulkan Villarrica, der weiter nördlich liegt und auch kürzlich ausgebrochen ist, ist in den letzten 500 Jahren immerhin über 50 mal ausgebrochen. Bei einem Schnitt von einem Ausbruch auf 10 Jahre ist ein Ausbruch also so gut wie zu erwarten. Auch wenn er natürlich nicht ganz harmlos war.
Der Calbuco war jedenfalls über 40 Jahre komplett ruhig, hat 1972 etwas geraucht und ist 1961 das letzte Mal ausgebrochen. Wirkliche Anzeichen für einen Ausbruch gab es nicht.
Wir hatten im Kindergarten eine "Kirmes", einen Spielenachmittag für die Kinder, um Geld für die Bibliothek zu sammeln. Als wir also um kurz nach 6 Uhr den Kindergarten verließen, war die Kilometer hohe Rauchwolke vom immerhin gut 100 Kilometer entfernten Calbuco deutlich zu sehen! Wirklich absolut beeindruckend, wir sahen, wir der graue Pilz wuchs und schließlich in einigen Kilometern Höhe mit dem Wind in Richtung Norden zog. Aus der Nähe des Vulkans muss es noch stärker gewesen sein, aber mittlerweile bin ich echt froh, eine gewisse Distanz zu haben.
Nachdem schon die ganzen Nachrichten voll waren und Alarmstufe rot ausgewiesen worden war, brach der Calbuco nachts richtig aus. Richtig im Sinne von Lava. Die Aschewolke zog zu unserem Glück nach Norden, Richtung Pucón und Villarrica bis ins 1000 km entfernte Santiago und nach Westen nach Bariloche, Argentinien, sogar bis nach Buenos Aires (1800km). Osorno liegt jedoch im Nordwesten von Puerto Montt und Puerto Varas, den beiden Städten, die am nächsten am Vulkan gelegen sind. Bei uns war die Luft etwas staubiger, aber nicht wesentlich, während im weiter entfernten Pucón die Asche für einen stockfinsteren Vormittag und Ascheregen gesorgt hat. Viele Menschen wurden evakuiert, weil ja niemand wusste, was noch kommt.

Die Probleme die der Vulkanausbruch nun mit sich bringt, sind allerdings nicht zu übersehen. Der Vulkan hat nachts fast Tennisball-große, glühende Steinklumpen in die Luft katapultiert und die fielen natürlich irgendwo auch wieder runter. Manche Orte waren regelrecht "eingeschneit" von der Asche, die viel mehr an Sand erinnerte und starke Auswirkungen wird der Ausbruch auch auf die Landwirtschaft, vor allem auf die ausgeprägte Milchproduktion haben. Denn die Tiere wurden natürlich nicht evakuiert. Außerdem kann sie auch niemand füttern, wenn die Landwirte nunmal evakuiert wurden. Kurzum, es lief Gefahr, dass sie.. nun ja, eingehen. Überall, wo es viel Asche geregnet hat, fällt Gras als Futtermittel natürlich auch aus. Das gilt natürlich auch für Wildtiere.
Weiterhin haben der Calbuco und der Vulkan Osorno ihre Schneespitzen durch die heiße Wolke verloren. Keine schönen Fotos für Lea, aber das ist das kleinste Problem. Wenn Schnee schmilzt, bedeutet das viel Schmelzwasser und einige Flüsse und Bäche sind sehr angestiegen. Bei den Eltern von Bekannten der Familie, die etwas näher am Vulkan wohnen, hat es ein Brückchen eingerissen.
Die nächste große Frage ist, was passiert, wenn es demnächst heftig anfangen sollte zu regnen. Das wird hier über kurz oder lang nämlich passieren, das hat der Herbst so an sich. Wird das Grundwasser dann kontaminiert? Wir hoffen es nicht.
Jedenfalls eins ist klar: Es hätte viel schlimmer kommen können. Immerhin steht der Vulkan nicht umsonst auf Platz 3 von 90 auf der Liste der gefährlichsten Vulkane Chiles. Das liegt vielleicht auch an seiner Form, denn bei einem Ausbruch ist seine Spitze abgebrochen/eingebrochen und er hat die typische Kegelform verloren und seitdem einen sehr großen Krater. Daher konnte so viel Asche in so kurzer Zeit in die Luft gelangen.
Hier jetzt noch ein paar Bilder, die ich zugeschickt bekommen habe.

Vulkanausbruch
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